FSC Möve Obernau
Habicht

Die Auferstehung des Habicht, das Meisterstück einer flug-begeisterten Familie

Seit Jahrzehnten sind sie enthusiastische Modellbauer, die Zahns aus dem Spessart. Zahlreiche kleinere und größere Exemplare wurden gebaut, mit Liebe zum Detail und in höchster Präzision. Für Christoph Zahn war das Bauen und Fliegen von Modellen nicht genug, er begann beim Flugsportclub Möve Obernau mit dem Segelfliegen.

Nachdem er erste Flugerfahrungen gesammelt und seinen Flugschein erworben hatte, nahmen sich sein Vater Clemens und Opa Walter dies zum Anlass für ein ebenso einzigartiges, wie anspruchsvolles Projekt: ein historisches Segelflugzeug in manntragender Form von Grund auf neu zu bauen. Sozusagen Modellbau im Maßstab 1:1.

 Doch welches Flugzeug sollte es sein. Schließlich fiel die Wahl auf den Kunstflugsegler ”Habicht”, der im Jahre 1936 seinen Erstflug
 hatte und von dem eine spektakuläre Landung im Berliner Olympiastadion während der Eröffnungsfeier der Olympiade noch in Erinnerung
 ist. In Insiderkreisen gilt dieses Flugzeug als echte Rarität,
 denn weltweit existiert nur noch ein Exemplar im deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe.

 In der Formgebung wirkt der Habicht auch heute noch einzigartig. Der unverkennbare ”Mövenknick”
 in den Tragflächen stehen zwar für den damals aktuellen Trend im Segelflugzeugbau
 der dreißiger Jahre. Jedoch die ausgesprochen ovale Form von Rumpf und Leitwerk, sowie der sich
 stark nach außen verjüngende Flügel geben dem Flugzeug einerseits ein sehr harmonisches und
 ausgewogenes Erscheinungsbild, verhelfen ihm aber andererseits auch zu höchster
 Kunstflugtauglichkeit. Unverwechselbares Markenzeichen dieses Segelflugzeuges ist jedoch seine
 Lackierung. Die zur Mitte spitz zulaufenden Streifen auf der Tragfläche gelten bis heute als
 Erkennungszeichen kunstflugtauglicher Segelflugzeuge. Sie wurden in späteren Zeiten von vielen
 anderen Konstrukteuren für modernere Flugzeuge übernommen, in Fachkreisen bezeichnet man sie
 auch heute noch als ”Kunstflugstreifen”.

 Die hervorragenden Flugeigenschaften machten den Habicht, der von seinem Konstrukteur Jakobs mit 13,60 m Spannweite gezeichnet
 wurde, schnell zum Renner. Viele der berühmtesten Flugpioniere, darunter auch Hanna Reitsch, haben ihn gern geflogen und unter der
 fachkundigen Leitung von Wolf Hirth wurde das Flugzeug zur Serienreife gebracht. Es durfte auf keiner bedeutenden Flugschau mehr
 fehlen. So auch auf der Olympiade 1936 in Berlin.

Ein wenig mag es vielleicht verwundern, dass der Habicht trotz seines Erfolges keine Nachahmungen oder Weiterentwicklungen mehr hervorgebracht hat. Das liegt sicherlich am überdurchschnittlich hohen Bauaufwand, der schon viele abgeschreckt hat. So umfasst der Bauplan insgesamt etwa 430 Einzelblätter und zeigt sehr viele Details und Kleinteile, die alle in Eigenarbeit hergestellt werden mussten. Kaum etwas gab es fertig zu kaufen, nur in sehr geringem Umfang konnten Arbeitsabläufe rationalisiert werden. Das gilt in vollem Umfang auch für die Beschläge, wie die Metallteile der Segelflugzeuge genannt werden. Clemens Zahn musste in mühevoller Kleinarbeit jedes einzelne Scharnier genau nach Plan erstellen, ebenso Tragflächenaufhängung, Rudergestänge und Hecksporn. Ja sogar der Steuerknüppel und die Seitenruderpedale sind Eigenfertigungen.

 Rauchpatronen an den Flügelspitzen sind die einzige Abweichung vom Original, die man sich zugestanden hat.
 Durch sie werden Rollen, Rückenflug und Loopings am Himmel für den Betrachter am Boden erst so richtig
 nachvollziehbar und miterlebbar. Christoph, der den Holzvogel als Pilot fliegt, muss sich natürlich auch um die
 geeignete Kleidung kümmern, denn bei der Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und offenem Führersitz weht
 dem Flieger gehörig die Frischluft um die Nase, was Lederkappe und Fliegerbrille nicht zu nostalgisch-modischen
 Accessoires, sondern zur unabdingbaren Notwendigkeit machen.

 Mehr Informationen finden Sie unter www.dfs-habicht.de