FSC Möve Obernau
Judith's Flieger-Tagebuch

1.5.2003

Schnupperfliegen

 

Zusammen mit Frank kam ich gegen 9:00 Uhr mit dem Fahrrad am Platz an. Für heute ist Schnupperfliegen angesagt! Aus diesem Grund haben wir nur die doppelsitzigen Segelflugzeuge zum Start am östlichen Platzende gezogen und mir war bis dahin gar nicht bewusst wie lang die Bahn ist. Durch den Wind war es relativ kalt und ich war froh, als gegen 10:00 Uhr die ersten Gäste kamen. Gleich beim ersten Start ist das Seil gerissen, da aber das Flugzeug noch am Boden war, hat das nicht viel ausgemacht. Nach ca. 25 Minuten war es wieder repariert. Im Laufe des Tages fanden um die 100 Flüge statt. Alle Gäste waren begeistert. Am Ende eines langen Tages machte ich mich müde gegen 20:00 Uhr auf den Heimweg.

3.5.2003

Starkwind

 

Ausgerüstet mit Schlafsack und Isomatte für die Nacht, traf ich gegen 10:30 Uhr in Obernau ein. Da aber starker böiger Wind herrschte, konnten wir den Flugbetrieb erst um 14:00 Uhr aufnehmen. Wie am 1.Mai lag der Start am Waldrand. Aber wegen des starken Windes durfte kein Anfänger fliegen.
Damit ich trotzdem den Umgang mit den Rudern üben konnte, saß ich im Segelschulflugzeug K7 und versuchte die Flächen im Wind waagerecht zu halten. Da der Wind jedoch immer wieder nachließ, kippte mir trotz heftigem Gegensteuern immer wieder eine Fläche ab.
Am Abend ging ich mit einigen anderen Fliegern zum Obernauer Stadtteiljubiläum. Nach einem feucht-fröhlichen Abend übernachteten Christoph, Frank und ich im Clubheim.

4.5.2003

Die erste Landung

 

Schon um 7:00 Uhr wurde unsere kurze Nachtruhe abrupt durch einen Kameraden gestört. Den Versuch weiteren Schlaf zu finden, gab ich bald auf und half beim Ausräumen der Halle.
Wegen des guten Wetters waren schon um 9:00 Uhr viele Flieger da und die ersten Starts konnten vorbereitet werden. Viele Piloten hatten Streckenflüge geplant und so drängten sich alle flugtauglichen Flugzeuge um den Start. Als sich einige auf den Weg gemacht hatten begab ich mich mit Dieter auf einen Flug mit dem KASPer.
Zu Beginn klappte es nicht sehr gut (vielleicht lag es am mangelnden Schlaf) und wir wurden immer wieder von Windböen und Thermikfetzen durchgeschüttelt. Besonders bei der Rollübung traten wieder meine Probleme mit dem Seitenruder hervor, denn wir bewegten uns eher in Schlangenlinien auf Obernburg zu. Da viele Streckenflieger keine ausreichende Thermik fanden herrschte auf dem Flugplatz viel Betrieb und Dieter verzichtete auf die geplanten Landeübungen.
Im Laufe des Tages wurde es immer heißer und ich versuchte so oft wie irgend möglich mich im Schatten aufzuhalten. Doch wegen der vielen Starts waren das nur kurze Erholungspausen. Von Zeit zu Zeit beobachtete ich gespannt die Kunststücke die Christoph mit seinem `Habicht´ vollführte.
Gegen 18:00 Uhr startete ich mit Manfred, unserem Ausbildungsleiter zu einem zweiten Flug. Diesmal hatte ich 4 Kissen im Rücken und konnte das Seitenruderpedal richtig durchtreten, dafür war es sonst recht eng und vor allem sehr warm. Zur Sicherheit aller führten wir die Landeübungen nicht am Platz durch. Statt dessen flogen wir in ca. 2000 Fuss über der B 449 - die die Start- und Landebahn simulieren sollte - entlang. Dann schwenkten wir um 90° nach rechts in die Platzrunde ein, nach kurzer Zeit wieder um 90° nach rechts zum Gegenanflug parallel zur Straße. Am Ende des langen Gegenanflugs bogen wir in den Queranflug ein und ich versuchte die letzte 90° Kurve für den Endanflug so zu legen, dass wir direkt über die Straße kommen würden. Das funktionierte nicht gleich und ich musste unseren Kurs immer wieder korrigieren. Schließlich „landeten“ wir in einer Höhe von 1500 Fuss butterweich auf der B 449. Danach startete Manfred durch und wir wiederholten die Übung bis sie ganz gut klappte. Nach einigen Vollkreisen flogen wir wieder Richtung Flugplatz. Dort erklärte er mir die Positionen der Segelflugplatzrunde und ich meldete mich über Funk an. Mit Manfreds Hilfe landeten wir sicher auf dem Boden. Müde und gründlich durchgeschwitzt vor Wärme und Aufregung kletterte ich aus dem Flugzeug.
Nachdem ich die Einträge für das Bordbuch und mein persönliches Flugbuch geschrieben hatte, holte mich mein Vater ab. Zuhause fiel ich nur noch total erledigt nach diesem langen aber schönen Wochenende und mit einem ordentlichen Sonnenbrand ins Bett.

16.5.2003

Der erste Segelflug

 

Nachdem unser lädiertes Schulflugzeug Ka2b repariert war, fand heute die Jahresnachprüfung statt. Als der Prüfer es für flugtauglich erklärt hatte, begannen wir mit dem Schulen. Kurz nach 18:00 Uhr war ich an der Reihe. Nach einer ausführlichen Erklärung von Klaus zum Startablauf, flogen wir los. Natürlich fühlte ich erst mal nur in den Rudern mit.
Obwohl ich schon zwei Windenstarts vom Rücksitz aus erlebt hatte, überraschte mich die Geschwindigkeit und die Steilheit, mit der wir in den Himmel gezogen wurden. Man hat vom vorderen Sitz eine völlig andere Sichtweise.
Beim Umgang mit den Rudern war es für mich eine große Umstellung vom KASPer, wo man dafür viel Kraft braucht, zur Ka2b, bei der alles viel leichter geht. Deshalb gab ich in den Kurven zu wenig Seiten- und zuviel Querruder, worauf der Faden, das billigste aber wichtigste Instrument im Segelflugzeug, immer nach rechts oder links verschoben war. Zur Landung übernahm Klaus wieder das Flugzeug, deshalb war ich auch etwas überrascht als er sagte, ich solle noch stärker abfangen und reagierte relativ langsam. Es wurde eine etwas ruppigere Landung.
Bei den zwei darauffolgenden Starts zog ich während der ersten Startphase zu früh und zu stark am Höhenruder, woraufhin wir zu steil wurden, und begann bei der Landung immer zu früh und zu stark mit dem Abfangen. Nun ja, Übung macht den Meister.
Das gilt auch für das langsame Anfahren, das nicht sehr gut geklappt hat, als ich mit dem Rückholauto die Ka2 zurück zum Start ziehen wollte.
Gegen 20:15 Uhr waren endlich alle Flieger in der Halle verstaut und die Würstchen auf dem Grill auch schon fertig. Nachdem ich alle Eintragungen gemacht hatte, machte ich mich auf den Heimweg.

18.5.2003

Dunkle Wolken

 

Da es Morgens immer wieder geregnet hat, konnten wir erst gegen 11:00 Uhr die Halle ausräumen. Weil nur wenige Schüler und Piloten da waren, holten wir nur die Ka2b und die Motorsegler KASPer und KNER aus der Halle. Aufgrund des starken Windes und dem immer wieder einsetzendem kurzen Nieselregen, flogen erst einmal die erfahreneren Flugschüler. So hatte des Wetter Zeit sich zu beruhigen, und ich Gelegenheit meine Fahrkünste zu verbessern. Das gelang mir auch ganz gut, nur das Anfahren am Berg, bei dem ich immer wieder den Motor abwürgte, weil ich die Handbremse nicht losbekam, verschlechterte meine Abwürgbilanz.
Im Laufe des Nachmittags zogen immer wieder riesige dunkle Wolken am Himmel auf, aber wie durch ein Wunder, fast alle am Platz vorbei. Gegen 16 Uhr hatte sich das Wetter etwas gebessert und Klaus wagte einen Start mit mir.
Kaum in der Luft spürte ich schon wie der Wind uns versetzte und ich immer wieder den Kurs korrigieren musste. Da wir vom Wald aus gestartet waren, zeigte mir Klaus die andere Platzrunde. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn du auf dicht bewaldete Berge zufliegst und dabei immer weiter sinkst. Wegen des starken Windes flogen wir nicht mit 90 sondern mit 110 km/h an. Weil ich den Abstand zum Boden noch nicht richtig abschätzen kann, begann ich wieder zu früh mit dem Abfangen. Bei meinen beiden nächsten Flügen achtete ich bewusst darauf noch einen Moment zu warten, wenn ich das Gefühl hatte abfangen zu müssen. Deshalb war ich wohl beim dritten Flug zu spät.
Nachdem Sohel seine Flüge gemacht hatte, machte ich mit Rolf den letzten Flug des Tages und konnte so das erste Mal eine „lange Landung“ erleben.

24.5.2003

Ein ganz normaler Samstag

 

Schon um 8:45 Uhr war es sehr warm, weshalb wir auch wenig Thermik erwarteten. Dies bestätigte sich auch im Laufe des Tages. Bei meinem ersten Flug mit Herbert klappte der Start schon recht gut, nach dem Ausklinken drückte ich allerdings zu langsam und wir verloren viel Höhe. So gingen wir sofort in die Platzrunde über. Im Endanflug hatte ich die Bahn nicht sauber angesteuert und es herrschte etwas Seitenwind, weshalb wir immer weiter vom Kurs abkamen. Deshalb gab Herbert das Kommando „Querruder rechts, Seitenruder links“. Da ich aber nicht verstand, was er vor hatte, dachte ich zu lange darüber nach und reagierte zu langsam und zu stark. Ich latschte recht stark ins Seitenruder und wir steuerten deshalb genau auf den Wald zu. Herbert griff ein und brachte uns wieder in die richtige Richtung. Ich war leicht verwirrt, dem entsprechend unsanft wurde auch die Landung.
Im Nachhinein erklärte er mir, dass er die rechte Fläche nur etwas in den Wind stellen und mit dem Seitenruder die Richtung halten wollte. Außerdem machte er mich drauf aufmerksam, dass ich mit zuviel Seitenruder fliege. Ich falle von einem Extrem ins andere.Unsere Versuche während der drei folgenden Flüge, Thermik zu finden,
scheiterten leider. Andere hatten da mehr Glück, sie fanden sie und kamen vom Platz weg. Doch einer kam nicht mehr zurück, er musste eine Außenlandung machen und mit dem Hänger abgeholt werden.
Da der Wind immer stärker wurde, wechselten wir die Startrichtung. Somit war der Start am Wald, wo es glücklicherweise kühler war. Nach einem langen Tag ließen wir den Abend gemütlich im Biergarten ausklingen.

25.5.2003

Der erste Slip

 

Morgens wartete ich, nach einem Blick auf den bedeckten Himmel, wie sich das Wetter entwickelte. Doch nachdem sich einige blaue Fetzen zeigten, fuhr ich los. Auf dem Flugplatz war wegen des Wetters nicht viel los. Uns Flugschülern gefiel das natürlich. Konnten wir doch fast ungestört 28 Starts mit der Ka2b machen. Glück mit dem Wetter hatten wir auch noch, denn der angekündigte Regen kam nicht.
Trotzdem waren es für mich mit die schwierigsten Flüge die ich bisher gemacht habe. Der erste Start klappte recht gut und auch meine Kurven wurden langsam besser. Ich flog eine Platzrunde in Richtung Wald, doch ich musste andauernd die Richtung korrigieren. Im Endanflug zog ich die Landeklappen ganz raus und drückte die Nase nach unten. Doch statt wie erwartet stark zu sinken, verloren wir kaum Höhe. Mir wurde klar, dass wir die Bahn so nicht erreichen würden, da übernahm auch schon Dieter das Flugzeug und slippte bis zum Boden. Ich hatte vorher noch nie einen Slip mitgemacht und hing deshalb erst mal überrascht in den Gurten. Das Abfangen übernahm ich dann wieder und setzte die Ka2 wieder einmal recht unsanft auf die Bahn, weil ich zu sehr die Nase hochgezogen hatte.
Die zweite Landung, war schon in der Platzrunde schlecht. Ich reagierte auf Kursabweichungen zu langsam, weshalb der Endteil auch eine Schlangenlinie wurde. Dadurch setzte ich schräg auf und wir wurden gewaltig durchgeschüttelt. Bei den nächsten beiden Flügen besserte sich alles ein wenig.
Nachmittags schrieb ich die Startliste, führte die Starttelefonate mit der Winde und bediente den Funk. Das erste Telefonat war sicher ziemlich verwirrend für den Windenfahrer, da ich den Spruch ganz schön durcheinander brachte.
Vom Boden aus konnten wir die Seilrissübungen und das Landen aus ungewohnter Position von einem fortgeschrittenen Schüler gut beobachten. Im Laufe des Nachmittags wurde es immer kälter und so beendeten wir den Flugbetrieb auch schon gegen 18:00 Uhr.

31.5.2003

Gewitter und Polieren

 

Nachdem es morgens schon gewitterte, wartete ich den Regen ab und fuhr dann im Sonnenschein nach Obernau. Wir räumten nur das Nötigste aus der Halle damit es bei Regen mit dem Einräumen schnell geht. Mit Klaus machte ich drei Platzrunden, die alle , mit Ausnahme des Abfangens, sehr gut klappten. Dabei holte ich mir die Sicherheit, die ich am Vortag eingebüßt hatte, wieder zurück.
Während des letzten Fluges, konnten wir schon eine Regenwand aus Westen auf uns zukommen sehen. Kaum gelandet, zuckten auch schon die ersten Blitze über den Himmel und wir brachten schnellstens alle Flugzeuge ins Trockene.
Als sich das Gewitter verzogen hatte, zogen wir die Flugzeuge wieder an den Start. Für die Flugzeuge war der nasse Rasen kein Problem, nur die Starthelfer mussten beim Mitlaufen höllisch aufpassen, dass sie nicht ausrutschten. Nach einigen Starts kam schon der nächste Regen, der uns zum Einräumen zwang.
Um die Wartezeit zu überbrücken räumten wir die Halle auf, putzen die gesamte Ka2b und polierten den Rumpf der ASH 25. Da der Regen nicht aufhören wollte, fuhr ich im Regen nach Hause.