FSC Möve Obernau
Judith's Flieger-Tagebuch

6.7.2003

Tiefflüge

 

Nachdem die Streckenflieger in der Luft waren probierte ich einmal länger oben zu bleiben. Bei meinem ersten Versuch kreiste ich in ca. 250 m Höhe kurz vor der Position. Doch mir gelang es nicht die Thermik richtig zu zentrieren und ich fiel komplett aus dem Bart. Um zur Platzrunde zu gelangen musste ich den Kreis bei 2-3 m/s Sinken zu Ende fliegen. Da ich jedoch schon unter 200 m war, entschloss ich mich entgegen der allgemeinen Landerichtung zu landen. So meldete ich mich gleich zur Landung. Genau in diesem Moment funkte mich auch schon der Flugleiter an.
Zurück am Boden lobte mich Manfred zwar für meine konsequente Entscheidung, doch er machte mir gleichzeitig klar, dass solche Notfallhandlungen nicht notwendig wären, würde man sich an die Platzrunde und einige andere Regeln halten.
Für meinen nächsten Flug bildete ich mit Mathias, einem anderen Flugschüler, ein Team. Mit seiner Hilfe hoffte ich den Einstieg in die Thermik zu finden. Er startete vor mir in der Ka8B und ich flog mit der Ka2B hinterher. Doch beim gemeinsamen Kreisen beachtete ich die Windscherung nicht und orientierte mich nur an Mathias, der rund 200m über mir kurbelte. So flog ich immer knapp neben dem Bart. Nach kurzer Zeit musste ich aufgeben und flog zurück zur Position. Dabei verschätzte ich mich und hatte dort nicht mehr die geforderten 200 Meter. Trotzdem kam ich noch sicher zum Platz.
Frustriert von meiner Unfähigkeit und auf Wunsch der Lehrer flog ich noch eine ordentliche Platzrunde und beendete damit meinen Tag.

13.7.2003

Teamflug

 

Da wir am Abend zuvor das 40-jährige Bestehen des Flugplatzes gefeiert haben, übernachtete ich im Clubheim. Obwohl ist recht spät geworden war, kamen die ersten schon wieder um 9 Uhr. Das Fest wurde von der Jugend organisiert. Deshalb kümmerten wir uns erst einmal um das Aufräumen des Clubheims. Damit waren wir auch 3 Stunden beschäftigt.
Doch gegen 13:30 Uhr kam ich doch noch zu einem Flug. Mathias und ich schlossen uns wieder zusammen und wir starteten direkt nacheinander. Er in der Ka8b ich mit der Ka2b. Beim ersten Versuch suchten wir an unterschiedlichen Stellen, konnten uns aber beide nicht halten und landeten nach 10 Minuten wieder.
Im zweiten Anlauf klappte es dann. Wir kreisten zusammen in einem Bart über Sulzbach. Anfangs fiel es mir schwer die 180° Versetzung beim Kreisen einzuhalten. Ich musste jede Korrektur von Mathias mitmachen, auch wenn sie mich aus dem guten Steigen hinaus brachte. Deshalb war ich auch immer ein Stück weiter unten als er. Nachdem wir Sektorenfreigabe erhalten hatten flogen wir über den Pfaffenberg hinaus nach Osten da wir dort auf ca. 1850 m steigen dürfen. Immer wieder stiegen wir in die Thermik ein und mit der Zeit klappte auch das gemeinsame Kurbeln besser. Über Keilberg fand Mathias in 900m einen recht ruppigen Bart, der uns mit 2-3 m/s auf ca. 1250 m hob. Doch dann unterbrach eine Inversionsschicht die Thermik. Wir waren schon eine Stunde unterwegs, durch die fehlenden Wolken gab es keinen Schatten, somit sehr warm und ich hatte nichts zum Trinken dabei. Deshalb entschlossen wir uns zum Rückflug.
Ich kam mit 800m am Platz an und nutze die Gelegenheit um Kreiswechsel und Steilkreise zu üben.
Nach dem langen Fliegen in großer Höhe kamen mir die Häuser und Bäume im Anflug sehr groß vor.

18.7.2003

Lernen

 

Direkt nachdem ich in der Schule mein Zeugnis erhalten hatte, fuhr ich nach Obernau. Doch gerade als ich ankam musste Marc, unser frisch gebackener Fluglehrer und Jugendleiter noch einmal weg und ein anderer Lehrer war nicht verfügbar. So lernte ich erst mal für meine theoretische A-Prüfung Technik und Verhalten in besonderen Fällen aus dem Fragenkatalog.
Gegen 16 Uhr flog ich vier Platzrunden. Obwohl Thermik vorhanden war fand ich sie nicht und musste wieder landen. Direkt nach mir flogen Marc und Nicolette zusammen Ka2b. Sie blieben gleich eine halbe Stunde weg und ich ärgerte mich über mich selbst. Na ja, man lernt ja immer was dazu.

19.7.2003

Theoretische A-Prüfung

 

Nach dem Ausräumen der Halle warteten wir alle auf Thermik da noch nicht mal wir Schüler Platzrunden fliegen wollten. Während wir warteten schrieb ich meine theoretische A-Prüfung. Das sind jeweils 10 Fragen zu Technik und Verhalten in besonderen Fällen. Um die Mittagszeit setzte die Thermik ein und gleichzeitig frischte der Wind auf. Deshalb durfte kein Schüler alleine fliegen. Zusammen mit Dieter flog ich zwei Platzrunden, die aber sehr abenteuerlich waren, da wir im Anflugbereich Thermik suchten und dann keinen normalen Anflug durchführen konnten. Ich ließ es nach den zwei Flügen bleiben zumal ich mich bald auf den Heimweg machen musste.

20.7.2003

Hitzefrei

 

Schon am frühen Morgen, unterwegs zum Platz mit dem Fahrrad, war es sehr heiß.
Trotzdem holten wir die Ka2b aus der Halle. Doch noch während wir ausräumten frischte der Wind immer mehr auf und es wurde immer heißer. Da der Wind im rechten Winkel zum Platz stand beschloss Manfred, dass kein Schulbetrieb stattfindet.
Da wir aber schon einmal da waren räumten wir den Schulungsraum, der gleichzeitig Büro ist, auf. Nach zwei Stunden und einigen Packen Papier waren wir damit auch fertig. Obwohl natürlich keiner Schwimmsachen dabei hatte gingen wir an den Main schwimmen.

23.7.2003

Werkstattarbeit

 

Am Vormittag konnte ich keinen Fluglehrer erreichen. Deshalb leistete ich Thomas Gesellschaft, der in der Werkstatt seinen Flieger auf Vordermann brachte. Am Nachmittag erreichten wir Herbert, der sich auch sofort bereit erklärte zu kommen. Inzwischen hatten sich schon recht große Wolken aufgebaut. Diese schirmten zu stark die Sonneneinstrahlung ab und ich fand während allen drei Platzrunden keine Thermik. Die Wolken zogen immer mehr zu. Deshalb räumten wir schon um 17 Uhr wieder ein. Anschließend half ich wieder Thomas in der Werkstatt.

25.7.2003

Butterweiche Landung

 

Wie schon am Mittwoch half ich, bis ein Fluglehrer Zeit hatte, Thomas in der Werkstatt. Das Wetter sah wieder eher mittelmäßig aus. Doch ich schaffte es zweimal die Platzrunde auf 10 Minuten auszudehnen. Zudem legte ich die sanfteste Landung meines Lebens hin! Der Sporn hat die Grasspitze grade gestreift und schon saß der Flieger auf dem Rad und rollte aus. Am Abend fand noch eine kleine Jugendfeier statt zu der auch ein paar Ehemalige erschienen.

27.7.2003

Turbulenzen

 

Als ich gegen 9:30 Uhr am Platz ankam lief schon der Schulbetrieb. Nach einiger Zeit begann langsam auch die Thermik. Als ich dann um 11:40 Uhr mit der Ka8b startete war genau der richtige Zeitpunkt. Ich erwischte sofort einen Bart und schraubte mich langsam auf 500m. Doch dann ließ die Thermik stark nach und die dunkle Wolke unter der ich kreiste war schon recht nahe. Deshalb entschloss ich mich zu der ein paar hundert Meter näher am Platz kreisenden Ka2b zu fliegen. Doch dort war auch nur noch schwache Thermik. Inzwischen war das für Mittag angekündigte Gewitter schon näher gekommen und der Wind hatte stark aufgefrischt. Deshalb rief mich Manfred zurück und gab mir im Anflug die Windgeschwindigkeit von 20 km/h durch. Über dem Wald gab es schon einige Turbulenzen und ich musste ein bisschen kämpfen um den Kurs zu halten. Trotzdem wurde es noch eine gute Landung. Das erwartete Gewitter verzögerte sich noch etwas doch da der Wind stark blies durfte kein Schüler mehr alleine fliegen. So machte ich noch einen Start mit Manfred bevor wir die Flugzeuge zur Halle brachten. Gerade noch rechtzeitig, denn es begann schon leicht zu regnen. Nach einigen Stunden gemütlichem Beisammenseins nahm mich Silli mit nach Hause.

29.7.2003

Entspannung pur

 

Nachdem wir genug Leute für den Flugbetrieb zusammengetrommelt hatten konnten wir gegen 15:30 Uhr starten. Bei meinem ersten Start hatte ich 320m und da keine Wolken am Platz waren flog ich über die Position hinweg nach Richtung SO. Die Wolke die ich mir ausgesucht hatte konnte ich nicht erreichen. Ich hatte mich verschätzt! So drehte ich um und landete wieder.
Während des zweiten Versuchs fand ich am Waldrand Thermik und kreiste ein. Doch es gelang mir nicht den Bart längere Zeit zu zentrieren und ich fiel immer wieder raus. Nach 10 min. musste ich wieder landen.
Vor dem nächsten Start gab mir Manfred einige Tipps wie ich oben bleiben kann. Er erklärte mir wie ich immer wieder beim Kreisen gegen den Wind verbessern muss und empfahl mir mit der Ka8b mit 65 km/h zu kreisen. Das machte ich dann auch und in einem schönen 2m/s Bart gewann ich zügig an Höhe. Zuerst blieb ich in der Nähe des Platzes und übte immer wieder den Einstig in die Thermik. Da die Sektoren noch nicht offen waren entschloss ich mich zum Pfaffenberg zu fliegen.
Inzwischen war auch die Ka2b mit Daniel und Marc gestartet und so kreisten wir zusammen in einem Bart immer schön um 180° versetzt. Mittlerweile hatte ich die Ka8b schon gut im Griff. Hatte ich die Thermik einmal gut zentrierte, musste ich das Flugzeug nur noch austrimmen und konnte mich dann entspannt zurücklehnen.
In Thermik von 4-5 m/s schraubte ich mich immer wieder bis auf 1700m hoch und übte zwischendurch das Slippen, Steilkreise und hochgezogene Fahrtkurven.
Aber mit der Zeit wurde es in dieser großen Höhe ziemlich kalt.
Deshalb entschloss ich mich nach einer Stunde zum Rückflug da auch Sohel noch fliegen wollte. Um die Höhe abzubauen und für meine Ausbildungskarte machte ich noch über dem Platz Kreiswechsel und Kreise mit bis zu 45° Querneigung.

30.7.2003

Regentropfen

 

Das Wetter sah am Morgen nicht sehr gut aus. So fuhr ich nur zum Platz um mit einem Lehrer das Slippen zu üben. Es waren nur sehr wenige Leute dort. Inzwischen waren einige recht viel versprechende Wolken aufgetaucht und so flog ich doch alleine.
Gleich beim ersten Versuch fand ich am Waldrand Thermik und schraubte mich mit Sektorenfreigabe auf 1080m hoch. Um weiter aufsteigen zu dürfen flog ich zum Pfaffenberg. Doch von dort rief mich Dieter zurück. Ich kehrte um kreiste wieder unter einer sehr dunklen Wolke am Platz und flog dann den Main entlang bis Kleinwallstadt. Dort stieg ich wieder bis zur Sektorengrenze und machte mich auf den Rückweg zum Platz. Bei der Ka2b muss man während dem Kreisen viel mehr korrigieren als mit der Ka8b.
Als ich gerade über Niedernberg kurbelte bekam ich in 1000m einige Regentropfen auf die Haube. Ich war mir nicht sicher was ich jetzt machen sollte. Doch da ich wusste, dass sich im Regen das Flugverhalten von Flugzeugen ändern kann entschloss ich mich zu landen. Also zog ich die Klappen und baute Höhe ab. Dann machte ich noch Steilkreise rechts und links herum und versuchte auch zu slippen. Das klappte aber nicht sehr gut. In 400 m über dem Platz regnete es wieder. Doch als ich nach 1h und 10min Flug ausstieg hörte es auch schon wieder auf.
In den nächsten drei Stunden tröpfelte es immer mal wieder, aber alle drei anderen Flugschüler konnten jeweils noch zwei Platzrunden fliegen.
Gerade als es wieder begann stärker zu regnen hatten wir die Ka2b in der Halle verstaut.