FSC Möve Obernau
Judith's Flieger-Tagebuch

1.8.2003

Ein Traumflug

 

Als erstes schickten wir die Streckenflieger auf den Weg. Nun hieß es warten auf einen Fluglehrer. Inzwischen machten wir alle Schulflugzeuge startklar. Gegen 16 Uhr war ich ausgestattet mit einem Logger, der den Flug aufzeichnen sollte, Essen und Trinken startklar. Ich wollte so lange oben bleiben wie ich konnte. Uli machte vor mir einen Start mit der Ka8b, blieb aber nicht hängen.
Ich hatte mehr Glück. Mein Schlepp endete direkt in einem starken Bart! Ich klinkte aus und kreiste ein. Schon nach zwei Kreisen hatte ich konstant 2,5 m/s und war so hoch, dass Mayk in der Ka7 starten konnte.
Als ich an die 850m hoch war, fragte ich nach den Sektoren. Manfred gab mir die Freigabe für Aschaffenburg Nord bis 4000 ft (ca. 1080 m) und Süd bis 5000 ft (ca. 1200 m). Also stieg ich auf 1080m und flog los Richtung Pfaffenberg. Dort angekommen schraubte ich mich unter schönen Cumulanten auf 1800 m hoch.
Manfred hatte uns die Anweisung gegeben für die Ausbildungskarte zu üben. Deshalb übte ich immer wieder den Seitengleitflug und baute damit viel Höhe ab. Über dem ganzen Gebiet entlang der Autobahn waren viele Wolken die mir die Thermik anzeigten. So flog ich immer von einer zur nächsten und baute dabei kaum Höhe ab. Während dieser Gleitpassagen hatte ich Zeit mich zu entspannen und etwas zu essen oder zu trinken. Irgendwann tauchte beim Kreisen der Twin III aus dem Verein unter mir auf. Da ich mich recht einsam fühlte begleitet ich ihn ein Stück, flog aber nicht ganz mit bis Rohrbrunn.
Nach ungefähr zwei Stunden wurde ich langsam müde. Ich beschloss mich auf den Rückweg zu machen. Da ich gerade in der Nähe von Kleinwallstadt war baute ich Höhe ab und flog in den Sektor Süd ein. Zwischen Kleinwallstadt und Obernburg stieg ich wieder auf 1200m und gleitete dann den Main entlang nach Obernau. Dabei verlor ich kaum 200m. Deshalb flog ich weiter Richtung Aschaffenburg. Dann Richtung Großostheim und schließlich über Niedernberg zur Position.
Dies war die schönste Zeit des ganzen Fluges! Es ist schwer zu beschreiben. Ich flog total entspannt immer geradeaus und hatte Zeit die Landschaft und die Ruhe um mich zu genießen. Für solche Augenblicke lerne ich das Fliegen! Obwohl ich solch lange Flüge von 2h 40 min nicht gewöhnt bin gelang mir eine recht gute Landung.
Inzwischen waren schon einige Streckenpiloten zurück gekommen. So begannen wie mit dem Einräumen der Halle. Dann wollte ich mit Manfred meine Loggeraufzeichnungen auswerten. Aber scheinbar hatte ich mit meinem Arm die Antenne abgeschirmt. Es waren kaum Aufzeichnungen vorhanden. Schade.

2.8.2003

Die Rückkehrer

 

Schon am Morgen war es sehr heiß. Trotzdem wollte ich heute versuchen meinen 5-Stunden-Flug zu machen. Es hatten sich viele Streckenpiloten schon eine Aufgabe gestellt. So machten auch wir Flugschüler unsere Flugzeuge bereit. Da Werner seinen 50km Überlandflug auf der Ka2b plante, durfte ich heute Ka8b fliegen.
Nachdem alle Flugzeuge bereit waren hieß es erst einmal warten auf die Thermik. Während dessen kehrte Christoph mit seinem `Habicht´ aus Finnland zurück.
Gegen Mittag machten sich endlich die ersten Streckenflieger auf den Weg. Mit ihren besseren Kunststoffflugzeugen schaffen sie es die Thermik über dem Fidelio aus der Winde heraus zu erreichen. Mit unseren Schulflugzeugen ist das nicht möglich. So warteten wir noch ein wenig.
Um ein Uhr wagte ich einen Start. Sohejl hatte vor mir in der rechten Platzrunde nichts gefunden. So probierte ich es links über dem Wald. Doch es ging konstant mit 2-3 m/s nach unten. Ich meldete mich direkt wieder zur Landung.
Nach einer weiteren Wartezeit versuchte ich es erneut. Mittlerweile war es unglaublich heiß geworden. Schon allein das Sitzen im Flugzeug verursachte Schweißausbrüche. Diesmal fand ich an der Position ein ganz klein wenig Thermik, konnte mich aber nicht darin halten.
Kaum war ich gelandet, machten sich Werner in der Ka2b und Manfred mit Mayk in der Ka7 auf das 50km Dreieck. Am Start im Flugzeug sitzend sah ich sie über Sulzbach kreisen. Über Funk gab uns Manfred die Steigwerte durch. Ich schöpfte neue Hoffnung! Aber ich musste auf Seile warten.
Endlich in der Luft flog ich sofort in Richtung Sulzbach. Doch ich fand keine Thermik. Verzweifelt suchte ich das ganze Gebiet ab. Dabei verschätzte ich mich ziemlich und kam sehr tief zurück zum Platz. Das Dach vom Möbel Kempf ist schon sehr groß!
Nach diesem Flug war ich frustriert, müde und total erschöpft. So gab ich die Ka8b an Uli weiter. Der blieb natürlich sofort hängen.
Inzwischen war auch Klaus aus Finnland zurück. Bei einem der letzten Starts ist das eine Seil der Winde kaputt gegangen und musste gespleißt werden. Damit weiter gestartet werden konnte fuhr ich immer wieder das verbliebene Seil aus, beobachtete ansonsten die beiden Dieters bei der Reparatur und versorgte sie mit kalten Getränken. Am Abend berichtete Hermine von ihrer Finnlandreise bei einem von Werner spendierten Kasten Bier.

3.8.2003

Abkühlung

 

Wieder einmal war es schon am frühen Morgen unglaublich heiß. Heute hatten Mathias und ich uns vorgenommen gemeinsam die fünf Stunden zu fliegen. Doch wieder einmal mussten wir bis Mittags auf Thermik warten. Im Laufe des Vormittags tauchten immer mehr Streckenpiloten auf denen wir natürlich gerne den Vortritt ließen.
Nachdem die meisten in der Luft waren machten auch wir uns bereit. Mathias startete vor mir in der Ka8b. Er kreiste über der Winde ein. Doch von unten konnte man nicht sehen, dass es hoch geht. Nach einem Kreis flog er dann auch zur Position. Dort machte er noch einen Kreis obwohl er schon sehr tief war. Dann hörte ich nur noch über Funk, „ ...es geht in den Acker! “ Er zog die Klappen und landete auf einem Acker 250 m entfernt parallel zur Landebahn. Das sorgte für Aufregung unter den Fluglehrern und Gespött bei den Anderen.
Ich machte dann auch gleich noch einen Start. Fand aber wieder keine Thermik und flog direkt über Mathias hinweg. Es sah schon sehr lustig aus! Aber ich landete wieder auf dem Flugplatz.
Da beide Fluglehrer die da waren rüber zu Mathias gegangen sind, musste ich eine Zwangspause einlegen. Dabei durfte ich zuschauen wie Alex und Sven im Twin III immer weiter weg stiegen. Nach über einer Stunde Arbeit bei brütender Hitze kamen Mathias und die Ka8b unversehrt wieder auf den Platz. Ich konnte wieder fliegen!
Das machte ich auch und hoffte in ausreichender Höhe Abkühlung zu finden. Der Schlepp führte mich fast mitten in einen schönen Bart. Ich kämpfte kurz und stieg dann stetig höher. Mayk in der Ka7 kam gleich hinterher. Bei 600 m musste ich sehr kämpfen um einen neuen Bart zu finden, da der alte dort sehr breit lief und kaum noch Steigen war. Doch Mayk hatte schon einen gefunden und so gesellte ich mich zu ihm.
Anschließen probierte ich einen Tipp von Werner aus. Der schickte mich in Achten zwischen den Bärten über Soden und Leidersbach hin und her. Dies klappte anfangs recht gut, wurde aber immer schwieriger da über Soden nur ein schwacher Bart stand der nicht ganz so hoch reichte. An der Sektorengrenze flog ich Richtung Niedernberger See ab weil ich mich bei der Blauthermik nicht über den Pfaffenberg traute. Doch auch in 1080m und bei geöffnetem Schiebefenster gab es keine Abkühlung. Deshalb setzte ich nach 50 min auch wieder zur Landung an.
Dort machten wir uns dann ans Putzen der Flugzeuge. Dabei bekam ich dann noch meine Abkühlung. Sven leerte den Putzeimer über mir aus und ich war tropfnass. Doch bei Temperaturen von über 35°C trocknete ich recht schnell. Bis ich aber mit dem Fahrrad daheim war, tropfte ich wieder.