FSC Möve Obernau
Judith's Flieger-Tagebuch

14.9.2003

Witchcraft

 

Nach einer langen Pause war endlich wieder einmal Fliegen angesagt. Der Altweibersommer zeigte sich auch noch von seiner besten Seite. Da die praktische Segelflugprüfung von Werner anstand waren schon früh viele Leute da. Doch vor der Prüfung schulten wir erst noch einmal mit anderen Flugschülern auf der Ka2b.
Weil ich so lange nicht mehr geflogen war, machte ich zuerst noch einmal mit Rolf eine Platzrunde. Ich war ziemlich spät mit dem Abfangen, aber trotzdem war es eine sehr sanfte Landung. Hinterher gestand mir Rolf, dass er kurz vor dem Eingreifen war. Aber mit dem Versprechen von mir früher abzufangen schickte er mich in die Ka8b.
Inzwischen war auch der Prüfer aus Nürnberg angekommen und Werner machte sich bereit. Bei dem ersten Start konnte man deutlich seine Nervosität sehen, denn der war nicht so gut wie üblich. Zwischenzeitlich hatte ich mich auch bereit gemacht und startete zu einer Platzrunde mit der Ka8b. Kaum in der Luft stellte sich gleich wieder das Gefühl für das Flugzeug ein. Nur bei der Landung dachte ich nicht mehr an die Radbremse und kam mitten auf der Bahn zum Stehen.
Für meinen zweiten Start muss ich Christoph noch einmal ein dickes Lob aussprechen. Denn durch seinen Schlepp erreichte ich eine Ausklinkhöhe von rund 390m! So hatte ich eine gute Grundlage und konnte mich mit sehr wenig Thermik zehn Minuten halten.
Am frühen Nachmittag übernahm Susanne den Windendienst und ich fuhr mit, um bei dem ruhigen Wetter meine ersten Schlepps als Windenfahrerschülerin zu machen. Die ersten Opfer waren ein Flugschüler und ein Lehrer in der Ka2b. Susanne führte noch meine Hand am Gashebel, aber trotzdem war der Schlepp nicht gut. Doch mit jedem Schlepp wurde es besser. Inzwischen musste mir Susanne nur noch ab und zu Anweisungen geben oder auf den Fuß treten. Nach zwei Stunden hatte ich 20 Starts gemacht und mit wenigen Ausnahmen den gesamten Flugzeugpark geschleppt.
Am Abend konnten wir dann alle zusammen auf die bestandene Prüfung von Werner anstossen.

20.9.2003

Wo ist die Thermik?

 

Aus verschiedenen Gründen hatte erst kein Lehrer Zeit zu kommen. Doch schließlich erreichten wir Herbert, der sich bereit erklärte nach dem Mittagessen zu kommen. In der Zwischenzeit lernten wir Theorie und räumten die Halle aus.
Gegen 14 Uhr konnten wir dann starten. Doch während der gesamten Platzrunde fand ich keine ausreichende Thermik.
Bei meinem zweiten Flug fand ich an der Position etwas Thermik und kreiste ein. Aber wie ich auf dem Variometer sehen konnte reichte die Thermik kaum zum Steigen. Inzwischen war auch Sohejl mit der Ka8b gestartet und flog zu mir. Gemeinsam versuchten wir das Beste aus der Thermik herauszuholen. Doch nach ca. 10 Minuten waren wir doch nur noch 200m über der Position. Daher entschlossen wir uns leider beide gleichzeitig zur Landung. Aus dem Augenwinkel sah ich gerade noch wie er in den Gegenanflug überging. Deshalb musste ich noch einen Kreis drehen um ihm genug Zeit zu geben. Als er im Endteil war, meldete ich mich auch zur Landung. Er rollte sofort nach der Landung nach links von der Bahn und ich landete möglichst weit rechts. Ich achtete aber so stark darauf nicht in die Nähe der Ka8b zu kommen, dass ich das Abfangen nicht richtig machte.

21.9.2003

Seilriss

 

Als ich Mittags endlich eintraf machten die meisten gerade Mittagspause. So lief ich zum Start am Wald, wo mir Manfred gleich die Ka8b anbot. Thomas startete vor mir mit einem Gast im Twin III.
Mein Schlepp war schon von unten heraus viel zu schnell. Per Funk gab ich die Geschwindigkeiten durch und ging in die Steigfluglage über. Inzwischen hatte sich die Geschwindigkeit auf ca. 100 km/h reduziert. Bevor jedoch der Schlepp zu Ende war gab es einen riesigen Knall an der Kupplung und der Seilzug war plötzlich weg. Wie vor dem ersten Alleinflug geübt, drückte ich nach um in die Normalfluglage zu kommen. Dabei war ich etwas heftig und der Dreck flog mir nur so um die Ohren. Nun klinkte ich aus um mögliche Seilreste loszuwerden. Ich wusste schließlich nicht genau was geschehen war. Ein Blick auf den Höhenmesser zeigte mir, dass ich mit knapp 300m ausreichend Höhe für eine normale Platzrunde hatte.
Da mir im Flugverhalten nichts Ungewöhnliches aufgefallen war, stieg ich mit ein in den Thermikbart in dem der Twin III schon kreiste. Der flog aber schon nach kurzer Zeit in Richtung Leidersbach ab. Ich mühte mich weiter mit bis zu 1,2 m/s Steigen ab. Der Westwind versetzte mich stark und bei Soden verlor ich den Bart. Also wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Mittlerweile war Thomas wieder gestartet und wir versuchten erneut zusammen zu kreisen. Ich wurde wieder nach Osten versetzt aber diesmal kreiste ich weiter in Richtung Leidersbach. Am Ortseingang traf ich dann mit einem Bussard zusammen der rechts von mir kreiste. Ich verlagerte in diese Richtung, denn Vögel sind ja faul, und stieg dann mit 3 m/s. Dem Bussard gefiel das aber nicht und er tauchte weg.
Schon bei 800m fragte ich nach Sektoren. Manfred musste aber erst in Aschaffenburg nachfragen. Deshalb öffnete ich meine Kreise etwas um nicht über 940m zu steigen. Mit der Zeit geriet ich immer weiter aus der Thermik hinaus. Schließlich gab mir Manfred die Sektoren durch und ich versuchte wieder in den Bart einzusteigen. Doch er war weg.
Nach kurzer Suche gab ich auf und flog zurück zur Position um dort wieder von vorne zu beginnen. Da war aber nichts mehr..... So musste ich wohl oder übel landen.
Am Boden erzählten mir die anderen dann, dass während meines Schlepps die Sollbruchstelle im Seil gebrochen ist. Einen genauen Grund dafür konnten sie mir aber auch nicht nennen. Nachdem einige andere Schüler noch geflogen waren packten wir zusammen und räumten die Halle ein.

27.9.2003

Landeübungen

 

Da am Vormittag noch kein Fluglehrer da war, lernte ich zuerst mal wieder Theorie mit dem Fragenkatalog. Nach dem Mittagessen kam Manfred und wir zogen die Ka8b und die Ka2b zum Start am Wald.Wir legten das Lande-T aus um für den Ziellandewettbewerb zu üben. Dann drehte ich mit der Ka8b drei Platzrunde und versuchte am T zum Stehen zu kommen. Gar nicht so einfach! Entweder blieb ich mehrere Meter davor stehen oder überrollte es. Aber es wurde immer besser, da mir Manfred auch viele Tricks zeigte. Nun gab ich das Flugzeug aber erst einmal an einen anderen Schüler weiter.
Am späten Nachmittag probierte ich es erneut. Diesmal klappte es schon viel besser. Bei zwei Versuchen blieb ich ca. 1,5 m vor der Markierung stehen. Während ich die letzte Platzrunde drehte packten die Anderen schon zusammen und liefen zurück zur Halle. Ich landete und diesmal gelang es mir die Geschwindigkeit während des Rollens so zu steuern, dass ich ca. 20 cm vom Balken entfernt zum Stehen kam.
Für die wenige Übung ein gutes Ergebnis.

30.9.2003

Hilfe vom Traktor

 

Gegen Mittag entschlossen wir uns trotz der starken Bewölkung den Flugbetrieb zu starten. Wir räumten aus und da wir für den Ziellandewettbewerb üben wollten legten Uli und ich das Lande-T aus. So begann das Training. Da Mathias und Nicolette keine Chancen hatten am T zu stehen verlegten wir es ein großes Stück nach hinten. Mit jedem Versuch wurden die Ergebnisse besser.
Um 15:30 Uhr begann es dann langsam zu tröpfeln. Um das letzte der beiden Seile nicht einziehen zu müssen flog ich noch eine Platzrunde. Die Landung gelang mir recht gut und ich kam 3m vor dem T zum Stehen. Schnell räumten wir die Flugzeuge in die Halle. Kaum war alles verstaut fing es heftig an zu regnen.
Als es wieder nachließ gingen Uli und ich noch einmal raus um die Nägel aus dem Boden zu ziehen mit denen das T befestigt war. Mehr als eine Stunde lang versuchten wir mit allen Tricks die am Morgen so mühsam versenkten Nägel herauszuziehen. Schließlich gaben wir auf und holten Verstärkung in Form eines Traktors. Mit dessen Hilfe waren alle sechs Nägel schnell gezogen.